Es kommt ein Schiff geladen

1. Es kommt ein Schiff, geladen
bis an sein’ höchsten Bord,
trägt Gottes Sohn voll Gnaden,
des Vaters ewigs Wort.

2. Das Schiff geht still im Triebe,
es trägt ein teure Last;
das Segel ist die Liebe,
der Heilig Geist der Mast.

3. Der Anker haft’ auf Erden,
da ist das Schiff am Land.
Das Wort will Fleisch uns werden,
der Sohn ist uns gesandt.

4. Zu Bethlehem geboren
im Stall ein Kindelein,
gibt sich für uns verloren;
gelobet muß es sein.

5. Und wer dies Kind mit Freuden
umfangen, küssen will,
muß vorher mit ihm leiden
groß Pein und Marter viel,

6. danach mit ihm auch sterben
und geistlich auferstehn,
das ewig Leben erben,
wie an ihm ist geschehn.

7. Maria, Gottes Mutter,
gelobet musst du sein.
Jesus ist unser Bruder,
das liebe Kindelein.

(Der heutige Text dieses alten Advents- und Weihnachtsliedes besteht wohl aus drei Teilen, den Strophen 1 bis 3 des Dominikaner Mönchs Johannes Tauler aus dem 14. Jhdt., den Strophen 5 und 6 des Schriftstellers Daniel Sudermann im 16. Jhdt., sowie der Marienstrophe aus dem 17. Jahrhundert…
und damit allen FROHE WEIHNACHTEN
!)